Berührbarkeit und Intimität bei Porträts
Daniel Auf der Mauer
Samstag 12:30

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Berührbarkeit und Intimität bei Porträts
Daniel Auf der Mauer
Samstag 12:30

30.00

Datum: Samstag, 8. April 2017
Zeit: 12:30 bis 13:30
Form: Seminar mit Präsentation
Raum: Pascal
Seminar-Nr.: SA1230_PA
Preis: CHF 30.--

Lehrlinge und Studenten erhalten 35% Rabatt! Beim Checkout bitte "STUDENT" beim Rabattcode eingeben.
Bei der Eingangskontrolle zu den Seminaren muss ein Studenten- oder Lehrlingsausweis präsentiert werden. 

Kursinhalt:

Um als Fotograf einen Menschen wirklich berührbar zu portraitieren, muss ich ihn auf einer tieferen Ebene verstehen und nicht einfach nur oberflächlich abbilden. Das fotografische Portrait ist das visuelle Ergebnis einer persönlichen Begegnung zwischen zwei Menschen, die – für kürzer oder länger – miteinander in Beziehung treten. 

Als Fotograf geht es mir darum, in der Begegnung mit demjenigen, den ich fotografiere, einen Raum von Ehrlichkeit, Integrität und Intimität (im Sinne von gegenseitigem Vertrauen) zu kreieren. Die Qualität von Präsenz, welche ich als Fotograf einbringe, beeinflusst stark, wie sehr mein Gegenüber bereit ist, sich tiefer zu öffnen. Um tiefere Schichten von Menschlichkeit zeigen zu können, muss ich als Fotograf über die Fähigkeit verfügen, wirklich anzuerkennen, dass die Lebensumstände und persönliche Geschichte des Portraitierten für ihn wahr sind und von mir geachtet werden. Wenn ich mich so tief es mir möglich ist von meinem Gegenüber – von dem, was er oder sie ins Leben bringt – berühren lasse, eröffnen sich ganz neue Ebenen von Berührbarkeit, Verletzlichkeit und Verbindung, welche dann im fotografischen Portrait fühlbar und sichtbar werden, wie diese Beispiele aus meiner praktischen Erfahrung zeigen:

Christian Lohr, schwerbehinderter Nationalrat und bereits hundertfach fotografiert, traut sich erstmals, sich jenseits der eigenen Kontrolle fotografieren zu lassen und mir die Andersheit seines Körpers und die damit verbundene Scham zu zeigen – Adel Abdel–Latif lässt mich an der Intimität seines muslimischen Gebets teilhaben, obwohl seine erste Aussage bei unserer Begrüssung war, dass er sich garantiert nicht auf seinem Gebetsteppich fotografieren lassen werde – die Mutter einer Tochter, welche jahrelang an Anorexie litt, blickt direkt und unverhüllt in die Kamera, während ihr die Tränen über das Gesicht laufen und sie sich vor unserer Begegnung nur anonym fotografieren lassen wollte. 

In diesem Seminar erkläre ich anhand von praktischen Beispielen und konkreten Anleitungen, welche tieferen Prinzipien und Fähigkeiten notwendig sind, um berührbare, nahe Portraits zu machen – Bilder, die bewegen.

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